14. Juli 2011 

Hallo mein Name ist Nela (früher hieß ich Adela),

 

ich wollte hier mal meine Geschichte erzählen und den Menschen Mut machen. Und bei all den Menschen von Casa Nostra und Fellnase sucht Sofa bedanken, dass ich jetzt solch ein Leben leben darf. Und einen besonderen Dank an Gabi Scholz, Du hast mich bei Dir aufgenommen und mich zu meinem Glück „gezwungen“.

Also meine Geschichte ist wie folgt:

Meine 2 Schwestern und ich wurden ca. im Oktober 2009 in Italien geboren. Wir lebten ein Leben bis ca. 17.1.10 in Sizilien auf den Müllplatz als sogenannte Müllplatzmädchen. Wir kämpften täglich ums Überleben und irrten umher. Bis die Casa Nostra Tierhilfe uns mitgenommen hat. Dort wurden wir aufgepäppelt und durchgeimpft.

Am 6.3.10 sind meine Schwestern und ich nach Frankfurt geflogen um dort vom befreundeten Verein Fellnase sucht Sofa hier in Deutschland vermittelt zu werden. Wir kamen zur Ursula, diese hat ein riesiges Areal für uns Hunde, eigentlich ganz toll, aber leider wurde ganz schnell meine Schwester Addj vermittelt und dann auch noch Ada. Und mich wollte keiner, denn hier fängt meine eigentliche Geschichte so richtig an. Ich hatte so extrem viel Angst, dass ich immer sofort weglief und mich nur im Dunkeln füttern ließ. Dadurch wurde ich immer Dünner und immer scheuer. Und natürlich wollte mich so kein Mensch bei sich aufnehmen. Ursula wusste sich nicht mehr zu helfen und rief Gabi an. Gabi hat sofort gesagt, dass sie mich mitnimmt. Dann wurde ich in einer großen Fangaktion eingefangen und kam zur Gabi. Dies war am 26.04.10. Da ich was Besonderes war, durfte ich in der Familie von Gabi leben und musste nicht draußen bei den anderen Hunden sein. Nur leider hat natürlich Gabi mich auch zu meinem Glück zwingen müssen und ist erst mal nachts mit mir Gassi gegangen, da dies sonst für die anderen Anwohner wohl etwas zu schlimm ausgesehen hätte. Aber durch meine Angst wollte ich grundsätzlich in die andere Richtung die Gabi mir vorgab zu gehen, daher musste sie mich sehr hinter sich herziehen. Irgendwann hab ich das verstanden, dass es nicht schlimmes ist, wenn ein Mensch mich an der Leine nimmt, denn dann machen wir schöne Ausflüge. Wenn da halt nicht die anderen Geräusche um mich rund rum wären, die mir Angst machten. Damit ich die Geräusche um mich rund rum besser kennen lerne und auch lerne, dass nicht alle Menschen böse sind, wurde ich regelmäßig mit zum felligen Treffen auf die Hundewiese mitgenommen. Bei dem Treffen sind ganz viele Hunde, was kein Problem ist, aber es sind auch ganz viele Menschen. Gabi hat dann mich immer mal einem anderen Menschen die Leine in die Hand gedrückt, damit ich lernen konnte, meine Ängste zu verlieren. Und irgendwann ging es einigermaßen, Gabi und ich waren langsam ein eingespieltes Team und ich durfte sogar aufs Sofa. Aber nur ich, denn Gabi hat 3 eigene Hunde und diese dürfen nicht hoch. Das fand ich schön. Endlich, dachte ich, ich hätte auch mein Zuhause gefunden, ich wusste ja nicht, dass ich von dort wieder weg musste, dass Gabi nur mein Pflegefrauchen war und mir eine neue eigene Familie sucht. Und plötzlich war es soweit, viel zu früh für Gabi und auch für mich. Auf einmal hatten Mitte Mai 2010 Menschen Interesse an mir. Die kamen auch und wir sind mit Gabi Gassi gegangen. Aber das fand ich wieder total doof, denn ich bin nicht so ein Hund, der sich auf Fremde freut, dies ist bis heute so, zwar nicht mehr so schlimm, aber mir langen meine Leute die ich um mich rum habe. Nun gut, die Menschen waren geduldig, sie kamen mehrmals zum Gassi gehen, einmal haben wir uns sogar dabei verlaufen. Himmel war ich dann kaputt danach. Sie brachten mir sogar Leckerlies mit, natürlich nahm ich nichts, nichts zu machen, lieber verhungere ich. Aber trotz allem wollten mich diese Menschen unbedingt haben. Gabi wollte mich nicht so gerne hergeben, da ich in ihren Augen was Besonderes war bzw. bin und so einen Hund hat man nicht alltäglich und ich bin ihr so unendlich ans Herz gewachsen. Es war für uns alle echt schwer. Das haben die neuen Menschen gemerkt, dass ich und mein Pflegefrauchen eigentlich nicht wollten, dass ich gehe und eine neue Welt kennen lerne. Die Menschen haben dann ein Gespräch mit Gabi geführt, da liefen auch Tränen, aber Gabi hat dann zugegeben, dass sie im Grunde nicht so die Zeit hat sich um mich so zu kümmern, wie ich es erst mal brauche. Denn ich musste in eine Hundeschule, musste lerne meine Ängste zu verlieren, musste lernen Vertrauen in die Menschen zu fassen und noch so vieles mehr. Das bedeute viel Zeit und Geduld. Da Gabi merkte, dass die Menschen es ernst meinten mit mir und auch zeitlich mehr Möglichkeiten haben bzw. hatten wie Gabi, gab sie mich schweren Herzens her. Und das war am 09.06.10.

So jetzt kam ich in eine Familie rein, ohne Kinder, aber mit 4 Katzen und 3 Chinchillas. Hilfe. Schon wieder neue Geräusche neue Tagesabläufe. Ich war total überfordert. Das Gassi gehen war für mich und meinen Menschen ein Spießrutenlaufen. Ich zog wie eine bekloppte, wollte nichts wie wieder ins Haus, bitte nicht Gassi gehen, bitte ich wollte absolut nicht. Aber das hat niemanden interessiert, ich musste also zog mein neues Frauchen am einen Ende an der Leine, ich mal wieder am anderen Ende an der Leine. Das Ende vom Lied war, Frauchen bekam tierische Rückenschmerzen. Aber das war mir egal, sie soll sich mal in meine Lage versetzen. Beim Essen wollte ich auch nicht gestört werden, alle mussten den Raum verlassen, vorher hab ich nichts gegessen. Ich war immer in einem anderen Raum als die anderen Bewohner. Irgendwann hab ich mich mit den Katzen angefreundet, die sind ganz in Ordnung, aber die Menschen, es war mir egal, ob die zuhause waren oder grad nach Hause gekommen sind, hab mich nicht gefreut, war mir alles egal. Das war bestimmt sehr deprimierend für meine neuen Menschen. Heute kann ich das auch alles nicht mehr verstehen, aber damals, ich hatte so entsetzliche Angst, Angst vor allem was ich nicht kannte und was neu für mich war. Irgendwann sind die Menschen losgezogen und haben einen Hundetrainer geholt. Boah, jetzt musste ich auch noch in die Hundeschule gehen. Einzelunterricht! Und täglich lernen, ätzend. Ich wollte doch eigentlich nur meine Ruhe. Aber nein, die Menschen wollten, dass ich besser an der Leine laufe, höre, meine Ängste verliere. Rund um ein normaler Hund werde. Also gut, da musste ich wohl durch. Ich wurde in der Hundeschule als Belohnung gestreichelt wenn ich was richtig gemacht hatte und das wollte ich doch nicht, ich hab immer riesen Sätze gemacht, wenn meine Menschen mich streicheln wollten, daher hatte ich im Haus immer eine Schleppleine an mir dran, damit sie mich schneller einfangen konnten, wenn wir zum Gassi gingen. Echt heftig, wenn ich daran denke, ich hab hier jedem echt die Hölle heiß gemacht. Mein Gott war ich blöd. Wenn man das immer alles so vorher wüsste, nun gut. Also wie gesagt, dass war die Hundeschule von Frank Vath und bei ihm läuft alles mit Bindung. Ha, ich und Bindung zu den 2-Beiner! Nee, dass wollte ich nicht. Aber ich merkte schnell, wenn ich was richtig mache wurde ich gestreichelt und geknuddelt und eigentlich ist das gar nicht so schlimm, besonders von Frauchen nicht, Herrchen wollte ich da noch nicht so. Alles immer schön langsam mit mir, nicht alles auf einmal. Ja und dann kam dieser Frank doch auf die Idee, dass ich noch nicht genug Bindung habe und wurde am Tag, wenn Frauchen das Haus putzte oder so halt, an ihr drangebunden. Mein Gott, war das schrecklich, ich wollte doch meine Ruhe haben und schlafen, jetzt musste ich auch noch überall dabei sein. Das war wieder so was, was ich nicht wollte und zog. Aber es brachte nichts, ich wurde mal wieder zu meinem Glück gezwungen. Frauchen und Herrchen waren da nicht einsichtig und haben nicht nachgegeben, nee, ich hab halt mich dann meinem Schicksal ergeben und dann mal wieder festgestellt, hey die sind doch gar nicht so schlimm, wie ich dachte. Frauchen sagt immer zu mir, ich soll meinen Kopf ausschalten, da ich alles immer erst überlege, soll ich, darf ich, kann ich, wollen die das so. Viel zu viel grübel ich immer, ob ich immer alles richtig mache und so, dass ist eigentlich quatsch, aber ich mach das heute noch, aber ich bin besser geworden. Bin halt ein kleiner Denker. Frauchen meint heute noch zu mir ich soll lockerer werden. Hm, ich versuch es. Und dann lacht sie immer, denn dann sieht es wieder so unbeholfen aus bei mir, wenn ich es versuche locker zu sein. Aber nun gut, zurück zur Hundeschule. Der Einzelunterricht wurde jetzt erweitert, das heißt, ich musste jetzt auch samstags zum Hundetreffen gehen, wo alle Hunde, die in ihrer Ausbildung soweit sind, teilnehmen können. Freu, wieder viele Hunde und natürlich auch die Herrchen/Frauchen dazu. Aber dies war ja mittlerweile kein Problem mehr. Nur war ich ja nicht nur zum Spaß da. Ich musste, obwohl so viele Kumpels zum Spielen da waren, lernen und üben. Hallo?! Was sollte das denn? Aber selbst das war ein kein Problem mehr für mich. Nachdem wir so einige Übungen immer gemeinsam gemacht hatten, ging es nach Schönbusch, mit der ganzen Truppe, Gassi nach Franks Anleitungen. Wieder viele Geräusche, Hunde, Menschen, Kinder. Das hat mich umgehauen, aber irgendwann ging es echt ganz gut. Aber das hab ich auch alles nur so toll geschafft, weil Herrchen und Frauchen weiterhin immer schön geübt haben. Wir sind mal alleine in den Schönbusch gefahren (ohne Hundeschule), sind zur Fasanerie spazieren, zur Burg Frankenstein hoch gelaufen, weiterhin zum felligen Treffen usw., also überall da, wo immer was los war, damit ich es lerne, meine Ängste zu verlieren. Und irgendwann war ich dann so gut, dass ich die Zwischenprüfung bestand. Klasse, es gab eine Urkunde. Stolz! Dann kam leider ein Stopp in meiner Weiterentwicklung rein und es tat sich nichts mehr und die Stunden in der Hundeschule waren vorbei und ich hab noch nicht mal an der Abschlussprüfung teilgenommen. Aber Frauchen sprach mit Frank und beide waren sich einig, dass ich Minimum ein Jahr brauchen würde, bis ich meine Ängste verloren hätte. Ich könnte die Hundeschule weitermachen oder erst mal schauen, wie ich mich selbst so weiterentwickle und Frauchen soll dann entscheiden, ob wir noch mal wieder kommen. Frauchen entschied, sie probiert es alleine mit Herrchen zu Hause weiter. Herrchen und Frauchen wussten ja, dass sie niemals auf meine Ängste eingehen dürfen und mich immer zu meinem Glück zwingen müssen, denn blöd bin ich ja nicht, ganz im Gegenteil ich hab hier wo ich wohne so manch Hundebesitzer ins stauen gebracht, wie schlau ich bin und jeder meinte, dass das ihre Hunde jetzt nicht verstanden hätten. Wir 3 (Herrchen, Frauchen und ich) waren mächtig stolz! Nur leider gibt es auch dann wieder Neider und Besserwisser. Ich kann Euch nur einen guten Rat geben, nicht drauf hören, die Bestechungsnummer mit Leckerlies läuft nicht, nicht bei mir. Natürlich nehme ich heute was aus der Hand von meinen Leuten, keine Frage, aber die wären mit mir nicht so weit, wenn wir es mit dieser Methode versucht hätten. Das steht fest. Ja und dann kam mein schönster Tag, denn Herrchen und Frauchen haben sich so ihre Gedanken gemacht, denn ihr müsst mich mal hören, wenn ich andere Hunde sehe, keiner giggelt so wie ich. Da geht bei mir die Sonne auf, Freunde, Kumpels klasse, da fang ich an zu grinsen und giggel wie verrückt. Aber da ja nun mittlerweile einige Hundebesitzer neidisch auf mich waren, wollten die nicht mehr, dass ich mit ihren Hunden spiele. Und somit wurden wir nicht mehr von zuhause abgeholt, um miteinander Gassi zu gehen. Obwohl mir das doch so gut getan hat, viele Hunde und Menschen. Aber mein Gott, was für ein Drama, nur weil ich nicht in eine Leckerli Hundeschule war, oder mit Clicker oder all den Gerätschaften, wie sie ihre Hunde erzogen haben, erzogen wurde. Und ich dann auch noch so schlau bin und nicht wie ihre Hunde die nur auf eins fixiert sind, auf den Fressbeutel, durfte ich mit denen dann nicht mehr spielen. Frauchen und Herrchen haben es nicht verstanden, ich auch nicht. Aber ich hatte ja Glück, kam zu tollen Leuten, die mir keinen Wunsch abschlagen konnten, musste auch versprechen, dass ich sie jetzt nicht mehr enttäuschen werde und keine 3 Schritte vorgehe um dann doch wieder gleich 4 Schritte zurückmache. Ich hab es versprochen, nun gut, ging nicht immer so gut zum Einhalten, aber heute mache ich mehr Fortschritte als evtl. noch Rückschritte. Aber von vorne. Da ich, wie bereits erwähnte, 2 Geschwister in Italien hatte und diese sind schwarz mit weiß bzw. schwarz gestromt und Herrchen und Frauchen feststellten, dass egal welches Tier Hauptsache schwarz ich sofort Feuer und Flamme war (da sagen die Menschen immer, wir Hunde erkennen keine Farbe, ich schon!), bekam ich eine neue „Schwester“, freu. Wir waren mal wieder bei Gabi und da haben wir das Thema angeschnitten und durch Zufall, gab es grad ein Hundewelpe, ein Mädchen in Schwarz/Weiß. Sie kam aus Spanien. Himmel auch noch eine andere Kultur ein anderes Land, aber das war mir egal. Gabi musste Himmel und Hölle in Bewegung setzen, denn eigentlich war das Hundemädchen schon weg. Ich weiß nicht wie sie es geschafft hat, aber sie hat es geschafft, wir bekamen sie. Jetzt gab es ein Problem, die Kleine hat keinen Flugpaten gefunden, wir mussten über 6 Wochen auf sie warten. Mein Gott, dabei hatten Frauchen und Herrchen mir ständig erzählt, dass ich die Anderen doofen Hunde links liegen lassen soll, ich bekomme eine Schwester. Ja, nur wo war sie denn? Die Zeit verging einfach nicht und wir warteten doch so auf sie. Frauchen und Herrchen hoffte doch, dass ich durch einen Welpen meine Ängste schneller verliere. Im Grunde, dass ich von der Kleinen lerne und die Kleine von mir, denn im Haus bin ich mittlerweile ein super braver Hund. Frauchen wurde schon gefragt, ob sie mich noch haben, denn ich belle nicht im Haus, bin total lieb, freu mich jetzt auch drauf wenn meine Leute nach Hause kommen und wir rumtoben, spielen und Gassi gehen können.

Ja und dann war es endlich so weit, Ayleen, bzw. in Spanien hieß sie noch Olivia, hatte einen Flug nach Deutschland bekommen. Hm, dachte ich mir dann, auf der Hundewiese, wo wir uns immer alle treffen, ist OK, hat mich aber im ersten Moment nicht so sehr interessiert, sie war noch so klein, was soll ich damit. Nun gut, dann haben Frauchen und Herrchen die Kleine mit nach Hause genommen und da begriff ich erst bei uns im Garten, hallo die ist ja uns, die bleibt bei uns. Da hab ich mich echt gefreut. Klasse. Das war am 23.09.10.

Endlich hatte ich jetzt meine „Schwester“ wieder, denn meine beiden Leute, vermuteten, dass ich meine Schwerstern vermisse und es daher keine positiven Veränderungen mehr bei mir gab. Da lagen sie voll richtig. Ich bin ein Rudeltier, wir 3 Mädels haben in Italien immer zusammengehalten und das hab ich hier total vermisst. Jetzt kam Ayleen und war so klein. Herrchen hat dann immer gemeckert, wenn ich zu heftig mit ihr gespielt habe. Frauchen hat dann mit Herrchen gemeckert, er soll es lassen, ist alles gut, oh mein Gott, was waren wir alle froh, dass sie so schnell gewachsen ist und ich jetzt mit ihr richtig rumtollen kann, ohne dass jemand meckert. Jetzt begann ein wundervolles Leben, aber irgendwann dachte ich mir, warum darf Ayleen ohne Leine laufen und ich nicht. Herrchen meinte, wir versuchen es mal und haben mich abgemacht. Böser Fehler, ich hatte noch keine richtige Bindung zu Herrchen und Frauchen und zu Ayleen auch noch nicht, daher, Freiheit ich komme. Aber Herrchen und Frauchen, gingen einfach nach Hause, die hat es gar nicht interessiert, dass ich nicht höre und nicht kam. Nun gut, es blieb mir nichts anderes übrig, und ich trottete mit nach Hause. Natürlich unangeleint, denn ich ließ mich immer noch nicht im Feld unbedingt anfassen, nur wenn ich wollte bzw. ich gezwungen wurde zu meinem Glück, nur war ich da ja immer angeleint. Aber alleine im Feld zu sein, dass wollte ich nicht und da wir eh fast am Feld wohnen bin ich das kurze Stück ohne Leine mitgelaufen. Frauchen und Herrchen ist ein Stein vom Herzen gefallen. Dann kam wieder ein Tag im November 2010 und ich hatte mal wieder fürchterliche Angst, komischerweise vor einem Hund der viel kleiner war als ich, aber der war gleich so aggressiv zu mir, da hab ich mich aus meinem Halsband gewunden. Herrchen und Frauchen dachten, kein Problem wir gehen wie das letzte Mal einfach nach Hause, aber Leute, dass funktioniert nur einmal mit mir, bin doch nicht blöd. Also beschloss ich, erst mal meine Freiheit zu genießen, jeden Hund der kam zu begrüßen und wehe Herrchen oder Frauchen wollten nach Hause, da habe ich so einen Krach gemacht, wenn die außer Sichtweite waren, dass sie nicht weggegangen sind, es war immer einer in der Nähe. Fast 3 Stunden haben sie mit Engelszungen auf mich eingeredet, nichts zu machen, ich wusste ja vom letzten Mal, wenn ich jetzt mitgehe, geht’s nach Hause, ich wollte doch noch Spaß haben. Frauchen hat dann Gabi angerufen, die kam dann ganz hektisch. Aber bis Gabi von Stockstadt nach Kleestadt kam, war ich dann doch mit nach Hause gegangen, weil nichts mehr im Feld los war, es wurde dunkel und kalt. Ich ging natürlich wieder ohne Leine mit. Ich hatte meinen Spaß, Frauchen war fix und fertig und da es schon kälter war und sie kurz vorher aus dem Krankenhaus kam, ging es ihr echt nicht gut. Aber das wollte ich doch nicht.

Zur Strafe bekam ich zu meiner 20 Meter Schleppleine einen Teilwürger an (zum Leidwesen meiner Leute, aber das musste sein). Der wurde mit meinem Halsband verbunden, so dass dieser sich nur teilweise zuzieht, wenn ich mein Halsband mal wieder über den Kopf gezogen habe. Jetzt denken bestimmt viele andere Menschen, was sind die blöd, können mir doch ein Geschirr anziehen. Ja ihr Menschen da draußen, dass könnten sie machen, nur kennen die Beiden mich ja mittlerweile und ich bin Houdini in Hundeform, man kann mir nicht eng genug das Geschirr anziehen, ich hab es in Sekunden ausgezogen, bin doch ein schlaues Mädchen. Und außerdem habe ich mit dem Geschirr noch viel mehr Kraft, Frauchen durch die Gegend zu ziehen, aber das mach ich ja jetzt gar nicht mehr.

Jetzt möchte ich hier noch eins kurz einfügen. Da ich nicht mehr genau weiß, wann das ungefähr war. Ayleen hatte ja am Anfang Milchzähne und diese sind so verdammt spitz. Tja was soll ich Euch sagen, beim Rangeln hat sie mir doch prompt ihre kleinen Zähne ins hintere linke Bein, Oberschenkel, gerammt, das Ende vom Lied war, ich musste getackert werden. Und stellt Euch vor, ich bin so eine Brave, dass ich keine Vollnarkose gebraucht habe Ich wurde gerade mal örtlich betäubt und dann getackert, kein Problem. Herrchen und Frauchen waren stolz auf mich. Eine ganz Liebe bin ich, haben sie mir gesagt. Sauer war ich auf meine Schwester Ayleen natürlich nicht, kann ja mal vorkommen.

Durch die viele Liebe und die Engelsgeduld die mir meine Leute hier zukommen lassen, bin ich heute im Juli 2011 ein fast normaler Hund. Ich hab Frauchen überrascht und gehe brav im Feld Gassi, ohne dass sie am Leinen Ende hängt. Dadurch kann ich ganz toll spielen mit Ayleen, denn wir beide sind ein Dreamteam geworden, uns gibt es nur noch im Doppelpack. Bindung! Frauchen hat mich schon gelobt, denn ich höre jetzt besser im Feld als Ayleen. Ist das nicht schön, ich komm auch während dem Gassi gehen immer mal bei Frauchen oder Herrchen vorbeigerauscht und will im Feld geschmust und geknutscht werden. Frauchen hat vor ein paar Tagen zu mir gesagt, dass ich ihr vorher Bescheid geben soll, wenn ich meinen Schalter wieder umgelegt habe, denn es geht ihr jetzt so wahnsinnig schnell, sie kommt da schon gar nicht mehr mit. Ich gebe zu, Ängste habe ich noch, das sind z.B. vor Fahrräder, vor Mofas, vor Männern, speziell Männer die südländlich aussehen. Frauchen vermutet, dass die Italiener mit Fahrrädern auf den Müllplatz gekommen sind und haben uns Hunde geärgert, gejagt, mit Steinen beworfen usw., ich kann es ihr ja leider nicht erzählen. Daher sind diese Ängste noch da, aber nicht mehr so schlimm. Es wird immer besser. Vielleicht sollte ich doch mal auf Frauchen hören und meinen Kopf ausschalten, ich denke zu viel, aber ich brauche meinen Kopf, denn sonst rennt mir Ayleen weg, da ist nämlich ein Windhund mit drinnen und die ist definitiv schneller im Rennen als ich und die bekomme ich nur mit Köpfchen. Die hat sich eh gewundert, dass ich nicht mehr an Frauchen hänge und weiter als 20 Meter laufen kann. Haha, die Ayleen hat ganz blöd aus der Wäsche geschaut, dass hättet Ihr sehen müssen, was für ein Bild. Herrchen und Frauchen haben sich kaputtgelacht über Ayleen, so verdutzt war die. Herrlich!

Noch was zum Schluss, mein Herrchen ist auch in Ordnung, den küsse ich jetzt jeden Morgen wach, ist richtig spaßig wenn er noch schläft und ich komm knutschen. Mit Frauchen kuscheln ist sowieso super, ihr lauf ich jetzt überall nach, selbst mit meinen Leckerlies im Mund, muss doch schauen wo der meiste Trubel ist und dort esse ich jetzt, nicht mehr wie früher, alle müssen den Saal verlassen. Nein, alle bitte herkommen, ich esse jetzt nur noch unter Gesellschaft, alleine essen ist doof. Eigentlich war ich doch blöd, hab mir selbst das Leben schwer gemacht, aber ich hatte doch kein Vertrauen zu den Menschen, wusste doch nicht, dass es auch gute und liebe Menschen gibt. Menschen die nur das Beste für mich wollen und versuchen alles zu ermöglichen, dass ich meine Ängste verliere und es mir gut geht und ein ganz normaler Hund werde, der es liebt zu schmusen.

Jetzt hoffe ich nur noch, dass ich mein Frauchen überzeugen kann, denn Herrchen schimpft mit ihr immer, dass sie mir mehr vertrauen soll, wenn ich im Feld frei laufe. Aber ich kann sie ja verstehen, hab ja schon einiges gemacht und auch immer wieder meine Rückschritte mal gemacht. Jetzt muss Frauchen lockerer werden und mir mehr vertrauen, ich werde jetzt hören und genießen, was ich bis jetzt schon alles geschafft und so viel positives in meinem Leben erleben durfte, ich freue mich auf den Tag, wo meine letzten Ängste der Vergangenheit angehören.

Also lieben Menschen, mit einem Angsthund ist es zugegeben nicht einfach, aber Frauchen sagt immer, bei Ayleen nimmt man alles als gegeben hin, da sie als Welpe zu uns kam und bei mir macht es aber viel mehr Freude, wenn sie sehen, wie ich so viele positive Schritte nach vorne mache und ich mich freue, wenn sie wieder nach Hause kommen und noch all die Dinge, die für normal Hunde alltäglich sind, aber sie waren es nicht für mich.

Man braucht einfach viel Geduld und Zeit mit uns Angsthunden. Man muss mit Rückschlägen klar kommen und darf nie aufgeben, nie die Hoffnung verlieren. Und ich hoffe, denn es gibt immer wieder mal einen Hund, der keine schönen Erfahrungen gemacht hat und dies durch Angst äußert, dass diese Hunde solch ein Glück haben wie ich und auf so tolle Menschen treffen und all das, was diese Hunde brauchen um sie aus ihrer Reserve zu locken, man ihnen ermöglicht und gibt.

Hier ein Bild von meiner Freundin

Wir haben viel hier im Haus eine Zeitlang angestellt, wenn Herrchen und Frauchen nicht da waren, aber dann wurden diese böse und haben mit uns nicht mehr so geschmust, denn meckern nützt nix, Schmuseentzug ist viel schlimmer! Also haben Ayleen und ich beschlossen, das lassen wir mal. Und schon gibt es Schmuseeinheiten, wenn die Beiden wieder heimkommen, ist viel schöner. Hat Ayleen auch eingesehen. Obwohl ich zugeben muss, ich bin kindischer als Ayleen, ich muss doch all die verlorenen Kindheitstage nachholen und das tue ich in vollen Zügen. Herrchen und Frauchen finden es süß und lachen.

Aber jetzt ist wirklich Schluss mit dem erzählen.

Wenn Ihr mögt und Euch meine Geschichte gefällt, gebt Bescheid, vielleicht berichte ich dann regelmäßig über meine weiteren Erfolge.

07. August 2011

Es gibt mal wieder was neues, was ich Euch unbedingt berichten muss. Aber erst mal das negative. Also.....

In letzter Zeit war ich mal wieder mehr die Adela vom Müllplatz aus Italien. So nennt mich Frauchen immer, wenn ich mal wieder der komplette Angsthund bin und alles gänzlich vergessen habe, dass das Leben doch sooooo schön sein kann. Ganz schlimm war es am 31.7.11, das war ein Sonntag und ein total blöder Tag. Bin schon ganz doof aufgestanden morgens und Frauchen hat gleich bemerkt, dass das heute kein guter Tag mit mir wird. Aber da ja Frauchen und Herrchen inzwischen wissen, dass jeder Tag mit mir immer wieder anders ist, nicht wie bei Ayleen, die Tage sind immer gleich, aber beim mir sind noch täglich Schwankungen drin. Mal hab ich einen guten Tag, da bin ich dann die Nela, mit kleinen Ängsten, mal hab ich einen schlechten Tag, da bin ich dann die Adela mit vielen Ängsten, tja und dann gibt es noch.... . Aber dazu später. Also der 31.7.11, war ein ganz besonderer blöder Tag, ich war mal wieder die Adela vom Müllplatz, die neu in ihre Familie hier eingezogen ist und ein totaler Angsthund war. Ganz toll, dachte sich Frauchen, das kann ja heute heiter werden. Aber das der Tag so bescheiden wird, dass dachte Keiner. An diesem Tag war es mal wieder die Hölle mit mir Gassi zu gehen. Ich hatte vor alles und jeden Angst. Durch diese Angst hab ich mein Frauchen mal wieder quer durchs Feld und bis nach Hause gezogen. Man war die sauer auf mich, ihr ging es eh nicht so gut und ich zerr mal wieder wie eine Irre. Aber an diesem Tag kam auch alles zusammen, Fahrräder, Kinderwägen, Frauen mit so komischen Stöcken im Feld, Männer die alleine waren, ohne Hund, dass soll einer verstehen. Gehen im Feld alleine spazieren. Bauern waren unterwegs und machten Krach, viele Autos auf der Straße. Da fragt man sich, warum man auf einem Dorf lebt, wenn es manchmal zugeht, als ob man in Frankfurt auf der Zeil wohnt?! Ja und ich mittendrin. Obwohl an normalen Tagen mir all das nichts mehr ausmacht, aber an diesem Tag, es war alles doof. So doof, dass ich auch nichts essen wollte. Man war Frauchen froh, wie dieser Tag zu Ende ging und sie hoffte, dass der nächste wieder besser wird.

Und tarrah, der nächste Tag (01.08.11) war wieder super, bin wieder als Nela aufgestanden und war wieder normal, was halt in meinen Augen normal ist. Alles prima. So prima, dass mich Frauchen den nächsten Tag mal auf die Waage stellte und meinte, ich muss abnehmen. Hallo? Ich hab eine Schulterhöhe von über 58cm und wiege immer so knapp 19kg, nur weil ich jetzt mal 19,5kg wiege, macht sie gleich so eine Bemerkung. Das fand ich nicht gut und habe prompt nur noch 1x täglich gegessen. Ja und das hat ihr auch wieder nicht gepasst. Hallo? Erst heißt es, ich bin zu dick und muss abnehmen, dann tue ich was dafür, dann ist es auch wieder nicht recht. Irgendwie kann man es auch niemanden recht machen. Was soll´s mir hat es nichts geschadet Diät zu machen.

Jetzt stellt Euch mal vor, Frauchen hat in unserer Küche den Kaffeeautomaten umgestellt, ich war beim Umstellen nicht dabei, aber ich bemerke alles. Hab auch gleich entdeckt, dass auf dem Tisch neue Bücher für Frauchen liegen. Musste gleich mal schauen, bemerke auch immer, wenn Frauchen neue Klamotten anhat, die sie noch nie getragen hat, obwohl sie die Sachen vorher wäscht, ich bemerke das trotzdem. Selbst wie Frauchen sich eine neue Uhr aus ihrem Uhrenschrank rausgeholt hat, die sie noch nie anhatte, obwohl sie diese schon über 6 Monate hat, hab ich sie solange genervt, bis ich an der Uhr riechen durfte. Muss alles Neue immer erst beschnuffeln. Ich bekomme alles mit, Ayleen interessiert das nicht. Frauchen meinte aber, dass das genau mein Problem sei, dass ich auf viel zu viele Dinge achte und dadurch meine Ängste entstehen. Aber mein Frauchen mal sprachlos sehen, wenn ich wieder neue Dinge entdecke und beschnuffel, das sind dann meine Ängste es wert. Die bekommt man eigentlich nicht sprachlos. Frauen eben.

Jetzt kommt mein bester Tag seit langem. Wie ich oben erwähnte nennt mich Frauchen mal Adela, mal Nela und jetzt kommt es, hier kommt die neue Nela 2.0. Die Nela ohne Ängste, ein ganz normaler Hund eben, der frei läuft, hört, verschmust ist und und und. Also das muss ich jetzt loswerden. Es war der 07.08.11. Frauchen und Herrchen, waren schon die letzten Tage so stolz auf mich, wie toll ich frei laufe und so. Tja dann kam dieser Tag. Die Beiden waren wieder während dem Gassi gehen stolz auf mich, wenn Ayleen und ich etwas zu weit vorgelaufen sind, haben sich Herrchen und Frauchen einfach umgedreht und sind in die entgegengesetzte Richtung gelaufen. Ayleen und ich haben das Spiel zwar nicht ganz verstanden, was das soll, wir hatten nur ? im Kopf, aber nun gut, da wir ja beide eine gute Bindung haben, haben wir uns natürlich sofort umgedreht und sind zu Herrchen und Frauchen gerannt. Dadurch wurden die Beiden immer stolzer auf uns. So stolz, dass Herrchen wieder mit Frauchen geschimpft hatte, als ein Jogger vorbei kam und sie mich gleich wieder an die Leine nehmen wollte. Sie würde mich nur verunsichern, wenn sie das tue und so weiter und so fort. Wenn es nach ihm gehen würde, wäre ich eh schon ganz ab, ohne dass ich meine Schleppleine nachziehen würde. Denn Frauchen soll ihre Ängste verlieren, denn ich würde doch nicht mehr abhauen. Und zu Fremden, wie der Jogger geh ich auch nicht hin, ich lasse sie vorbei und gut sei. Herrchen meinte wieder zu Frauchen, sie sei eine Glucke. Frauchen meinte, sie sei noch nicht so weit, wenn ich ihr längere Zeit zeige, dass ich höre, denn Frauchen kann nicht Pfeifen und hat sich extra eine Hundepfeife gekauft, denn auf einen Pfiff hör ich sofort, dann würde sie mich erst mit einer kürzeren Schleppleine von vielleicht 1m oder so laufen lassen. Und dann irgendwann ganz frei, wie Ayleen. Aber nun gut, Diskussion hin oder her, ich habe mal wieder doch alle an diesem Tag enttäuscht. Nur mich selbst nicht, denn ich hatte meinen Spaß. Das war so, wir waren eine große Runde gelaufen, ich frei die ganze Zeit, waren gerade auf dem Heimweg, da meinte Frauchen, auf der Wiese da unten kann ich noch mal mit Ayleen toben und dann nimmt sie mich wieder an die Leine. Dadurch dass sie mit mir und mit Herrchen sprach, waren beide unaufmerksam, nur ich nicht. Ei was sah ich denn da, mitten auf dem freien Feld, standen 2 Rehe. Natürlich fingen die an zu rennen, nachdem die uns bemerkten. Herrchen pfiff gleich, damit ich nicht abgehe, Frauchen rief meinen Namen. Gut ich muss zugeben, 1 Sekunde lang hab ich mal überlegt, ob ich mir den Spaß durch die Lappen gehen lassen soll und weiter laufen soll, aber das war nur ganz kurz und dann bin ich ab, den Rehen nach. Ayleen ist mir natürlich gefolgt. Nur hat Ayleen im jagen keine Ausdauer, dass ist ihr auf Dauer zu doof, also ist sie, nachdem sie Herrchen und Frauchen nicht mehr sah, zurückgerannt. Ich nicht! Ich hab die Verfolgung aufgenommen, bellend natürlich. Man die Rehe sind verdammt schnell, dass wusste ich so nicht. Nachdem ich quer Beet gerannt war und nicht darauf geachtet hatte, wo mein Frauchen und Herrchen sind, hab ich immer mal gestoppt und mich auf die Hinterfüße gestellt, da ich die Beiden immer mal rufen und pfeifen gehört hatte, um zu sehen, wo die Beiden sind. Dann hab ich Herrchen mal gesehen, der winkte mir zu und pfiff. Aber mir hat das gelangt um zu erkennen, die Beiden sind bei mir in der Nähe, also kann ich die Verfolgung weiter aufnehmen. Irgendwann waren die Rehe weg und so genau hab ich dann nicht mehr gewusst wo Herrchen und Frauchen waren, also bin ich den Pfiffen nachgegangen. Aber da! Was war das denn? Es roch wieder so schön nach Wild, also lass die Beiden erst mal weiter pfeifen, ich weiter den Rehen nach. Ganz ehrlich, irgendwann war ich doch ganz schön platt und hab wieder auf den Hinterfüßen Ausschau gehalten, wo Herrchen und Frauchen waren. Frauchen hatte grad gepfiffen und da hab ich sie schon gesehen und bin freudig zu ihr gerannt. Man was hab ich mich gefreut, schwanzwedelnd bin ich zu ihr. Hab über alle Backen gegrinst und Frauchen, ja Frauchen fand das wohl nicht so prickelnd und hat mich an die Leine genommen, hat mich nicht gelobt nicht gestreichelt, nichts einfach kein Kommentar. Na gut, dachte ich, nichts wie zu Herrchen, Herrchen war nämlich anders gelaufen, also nichts wie hin, freudig, ich bin wieder da, hab ich das nicht toll gemacht, wenn Frauchen mich schon nicht lobt und mich nicht streichelt, tu Du es doch. Aber nein, auch wieder nichts, keine Beachtung. Kann mir jetzt mal einer verraten, was ich jetzt schon wieder falsch gemacht habe? Ich weiß es echt nicht! Ayleen hat sich gefreut mich wieder zu sehen. Nur die Beiden nicht, von denen fand ich es aber wichtiger gelobt und gestreichelt zu werden. Wir alle 4 nach Hause gelaufen. Ohne was zu reden. Da Ayleen und ich schon vom rumtollen aussahen wie die Schw..... kamen wir zu Hause gleich in die Badewanne. Da entdeckte Frauchen, dass ich an einen Fuß einen Kratzer hatte, aber sie hatte ja gesehen, dass ich bei meiner Jagt durch einen Stacheldrahtzaun bin und das mein eines Gelenk geschwollen war. Aber Frauchen hat sich nicht verrückt gemacht, hat mir Kolloidales Silber draufgesprüht und gut ist. Danach wurde Ayleen gebadet. Da wir jetzt beide wieder gut dufteten und sauber waren, dachten Ayleen und ich, jetzt gibt es unseren mittags Keks, den es nach jedem mittags Spaziergang gibt. Aber nein, den gab es nicht. Was ist denn jetzt schon wieder los? Ich verstand es nicht und strafte Frauchen mit einem vorwurfsvollen Blick. So das hat sie jetzt davon. War ihr aber auch egal, das hab ich gleich bemerkt und bin ihr doch erst mal wieder überall nachgelaufen. Einschleimen! Aber die hat mich doch einfach nicht beachtet. Hallo? Versteh einer die Menschen. Nun gut, irgendwann war mir das zu blöd und die Jagd hat mich ganz schön angestrengt, also bin ich in mein Bett und hab schön geträumt über die Jagd von 2 Rehen. Toll!

Und zur Strafe kam ich an die kurze Leine beim Gassi gehen abends und durfte nicht von der Leine ab. Machte mir aber nichts, denn ich bin schon ganz schön platt und mein Gelenk zwickt etwas, da leck ich als dran rum. Aber wie gesagt, Frauchen macht sich nicht verrückt, sie meinte, ich sei selbst dran schuld. Jetzt wird man noch nicht einmal bedauert. Man was hab ich es schwer hier. Das glaubt mir bestimmt keiner!

So das war es mal wieder mit dem neuesten Eintrag in mein Tagebuch, es folgen bestimmt noch so einige. Bis bald!

März 2013

Hallo, es gibt ganz viele Neuigkeiten, die ich Euch mitteilen muß. Schöne Neuigkeiten und natürlich ist das Leben nicht nur ein tolles schönes Spiel, es passieren auch nicht ganz so tolle Dinge. Aber erst mal der Reihe nach und erst die schönen Seiten des Lebens.

Also ich hab mich verliebt. Er heißt Eddie ist 1,5Jahre alt. Jaja, ich steh nun mal auf jüngere Männer. Haha. Eddie ist ein Red Australian Shepherd Rüde. Toll sieht der aus. Aber der Reihe nach. Also, wir lernten Eddie vor ein paar Monaten kennen. Wie immer war ich beim ersten Kontakt mit neuen Menschen und Hunden zurückhaltend, eher grad wegen den Menschen, etwas ängstlich. Also hab ich mich mit Eddie gar nicht so abgegeben. Ayleen hat mit Eddie rumgetollt und hat mir später erzählt, was für ein toller Kerl er ist. Nun gut, Pech gehabt. Aber seitdem sehen wir Eddie regelmäßig und beim 2. Treffen hab ich mich auch mal mit ihm beschäftigt, Ayleen hatte Recht, der ist echt klasse. So klasse, das Ayleen nicht mehr mit ihm spielt, denn ich hab ihr den Eddie ausgespannt. Super, ich weiß man sollte das nicht machen, aber so ist das Leben und Eddie findet mich auch besser als Ayleen. Eddie ist so toll und hat so tolle Menschen gefunden, die noch nie einen Hund hatten und somit ist er nicht so streng erzogen worden wie ich. Eddie darf alles. Eddie geht regelmäßig alleine Gassi und ist auch oft außer Sichtweite von seinem Herrchen, sein Herrchen lässt ihn. Toll! So möchte ich auch Leben. Machen was ich will und trotzdem zu Hause noch gelobt werden. Aber nein, mein Frauchen hat da ihre eigene Erziehung und demzufolge ist das echt doof. Denn wenn ich jetzt mit Eddie zusammen bin, haben wir soviel Spaß miteinander, dass wir auch mal weiter weg sind, zum Teil auch außer Sicht vom Frauchen, aber ich seh sie doch noch. Ich werde sofort zurückgerufen und Eddie darf, das ist doch doof und ungerecht, es macht doch grad soviel Spaß mit Eddie, der hat genauso viel Blödsinn im Kopf wie ich, wir ergänzen uns perfekt. Ich freu mich schon immer und hoffe beim Gassi gehen, dass ich Eddie wieder sehe. Ayleen ist mir dabei völlig egal, nur Eddie, der ist mir wichtig. Ayleen hört ja immer gleich, wenn Frauchen ruft oder pfeift, die ist da echt langweilig drin. Aber Eddie hört nicht und wird ja auch gar nicht gerufen, ist ja echt klasse für Eddie, keine Regeln, nichts. Toll, so will ich auch Leben, mit Eddie nur unterwegs zu sein, ab und an mal nach Hause kommen, was essen und im warmen schlafen, aber sonst nur die Welt erkunden. Das wäre Eddies und mein Traum und Wunsch. Tja leider lebe ich nicht mehr auf der Straße und kann tun und lassen was ich will. Hmm.?! Frauchen ist mittlerweile so entnervt von mir wenn ich Eddie treffe, das sie neuerdings versucht anders zu laufen, aber oftmals hilft es nichts, denn Eddie riecht mich, ich ihn auch, trau mich aber nicht, aber Eddie traut sich, der haut dann wieder ab und ist bei mir. Toll. Toll für mich. Ich hab dem Eddie soviel schon von meinem neuen und alten Leben erzählt und über unsere Zukunft haben wir auch schon gesprochen. Ich quatsch den die ganze Zeit voll, wenn wir beide unterwegs sind. Ich bin halt so, ein italienisches Mädel, mit viel Temperament und immer viel zum Erzählen.

Aber stellt Euch vor, Frauchen hat es jetzt doch geschafft, ich habe Eddie seit ein paar Tagen nicht mehr gesehen, gerochen, ja, hab dann mich durch mein gegiggele aufmerksam gemacht, er kam aber nicht. Mann war das doof und Frauchen ist so glücklich, denn dann hab ich halt mal wieder mit Ayleen gespielt. Und Ayleen fand es auch gut, dass ich wieder was mit ihr mache. Trotzdem ich hab jetzt Liebeskummer, Hilfe.

Hoffentlich sehe ich heute wieder Eddie, mal sehen.

Aber jetzt haken wir mal das Thema Eddie ab, obwohl es da noch soviel zu erzählen gibt, aber ich hatte ja erwähnt, dass noch andere Sachen passiert sind. Also jetzt kommen wir erst mal zu was lustigen, meint zu mindestens Frauchen, die hat sich echt tot gelacht, mindestens 2 Wochen lang hat die mich ausgelacht, man war die doof und jedem hat sie es auch noch erzählt. Mein Frauchen ist manchmal echt total bescheuert, kann es nicht für sich behalten. Ganz toll. Also, Frauchen wollte unbedingt wissen, welche Hunderasse in mir steckt also hat sie eine DNA Probe am 13.4.12 beim Tierarzt erstellen lassen. So das war ganz komisch, da hat die Tierärztin mit so extrem großen Wattestäbchen meinen Mund von innen lang abgestriffen, zwei mal sogar ist die rein, das war komisch, wusste überhaupt nicht, was die von mir wollen. Frauchen hat sich da schon kaputtgelacht, weil ich sie so komisch dreingschaut habe. Ja hallo, was erwartet sie denn, da bekommt man was in den Mund gesteckt und ständig an der Wange von innen rumgestrichen und dann noch mal andere Seite, was sollte das denn? Hm, was solls die Menschen sind manchmal so komisch, das müssen wir Hunde nicht immer alles verstehen und meine Menschen sind eh nicht ganz von dieser Welt, die lassen sich immer irgendetwas einfallen, aber Hauptsache die haben Spaß auf meine Kosten, haha.

So und jetzt kommt es, also ich bin ja ein Hund mit einer Schulterhöhe von knapp 60cm und wiege im Winter 20kg (wohlgemerkt im Winter, denn im Sommer seh ich immer zu, dass ich meine Bikini-Figur bekomme, da sind es oftmals bis zu 1,5kg weniger). Und jetzt kommt da raus, dass in mir ein Chihuahua steckt, wissen die eigentlich, dass der kleiner ist als ne Katze! Und das ist noch nicht alles, ich hab noch mehr solcher kleine Hunderassen in mir, also wenn ich Frauchen wäre, würde ich nicht ständig mich auslachen, das find ich doof, ich würde eher den Test anfechten, das kann doch so nicht sein. Also der Test ist in Kategorien eingeteilt, d.h. Kategorie 1 stimmt eine Rasse über 75%, Kategorie 2: 37%-74%, Kategorie 3: 20%-36%, Kategorie 4: 10%-19% und Kategorie 5 unter 10%. Bei mir setzt sich das wie folgt zusammen:

Kategorie 1 gibt es bei mir nicht, versteh ich nicht.

Kategorie 2 gibt es auch nicht, aber Hilfe ich bin doch ein Hund oder?

Kategorie 3 Englisch Setter, ja alles schön und gut der ist groß, aber dem seh ich nicht im Entferntesten ähnlich, hab den Setter angesehen und mich, seh nix oder?

Kategorie 4 die schlimmste und lächerlichste, die kann schon gar nicht stimmen, also Barzoi, der ist ja riesig der Hund, so groß bin ich nicht, und jetzt kommt es, Frauchen findet es immer noch lustig, Chihuahua, Podendco der kommt hin, Pudel Hilfe, West Highland White Terrier, da stimmt was nicht, die teilen sich alle die Kategorie 4. Ich weiß nicht, Frauchen hätte die 100€ besser in Leckchen investiert, dann müsste ich jetzt nicht immer beim Gassi hören, das ich ein Chihuahua bin. Das ist echt krass, Frauchen hat ihren Spaß, toll zu mindestens die hat Spaß. Und ich bin ein riesiger Chihuahua. Super, ich bin ein Mutant. Das Leben kann schon echt hart sein. Aber so ist es eben. Wobei das ja nicht so schlimm ist, wie das, was mir Anfang Juni passiert ist, das war schlimm.

Wir 3 Mädels sind Gassi gegangen (Frauchen, Ayleen und ich), Ayleen ist an einer Koppel vorbei, an der Koppel ist hohes Gras, sie hat einen riesen Bogen gemacht, zum Glück für Ayleen, aber ich natürlich nicht. Jetzt stellt auch das einmal vor, in dem hohen Gras liegt ein Fuchs, ein großer ausgewachsener Fuchs. Ich wollte ihm helfen, hab ja ein ausgeprägtes Helfersyndrom und geh zu ihm hin und stups ihn hinten an, Frauchen hat ihn erst gar nicht gesehen. Der blöde Fuchs war nicht tot, nur verletzt und lag im Sterben, aber dieser blöde Fuchs schießt mit letzter Kraft hoch mit seinem Kopf, denn laufen konnte er nicht mehr und beißt mir voll in die Nase, das tat höllisch weh und ich hab heute noch ein kleine Loch bzw. Narbe von dem über. Was hab ich geweint, Frauchen hat sofort mich gerufen und Ayleen, da Ayleen mir sofort helfen wollte, aber so war es ganz gut, Frauchen hat uns dann beschützt und hat meine Wunde gleich vor Ort noch verarztet. Bis sie mich fertig verarztet und auch beruhigt hatte, verging eine Zeit, denn meine Nase schwoll in Sekunden um das Hundertfache an, boah tat das weh, in der Zeit ist der Fuchs scheinbar gestorben. Mann ich wollte doch dem nur helfen, dem blöden Fuchs. Und dann ist der so böse zu mir. Frauchen ist dann fast Amok gelaufen, den Jäger hat es nicht interessiert. Vielleicht hat der auch Frauchen nicht geglaubt, dass ich den Fuchs nicht gejagt hatte. Aber das hatte ich echt nicht, der lag schon da, ich wollte nur nach ihm sehen, was er hat. Der Jäger war echt blöd, den hat nichts interessiert. Also hat unsere Tierärztin das Veterinäramt angerufen, nichts, das ist dem Jäger seine Sache und wenn er den Fuchs nicht wegmacht und schaut, weshalb der da lag, kann man nichts machen. Das einzige was man gesagt bekommt, das es bei uns keine Tollwut mehr gibt, hah und jetzt haltet euch fest, die gibt es seit 2 Jahren nicht mehr! Ach doch schon so lange nicht mehr, wow ich bin begeistert. Ganz toll. Frauchen hat Herrchen im Krankenhaus angerufen und ihm alles erzählt und auch besprochen, was wir machen sollen. Die Tierärztin meinte halt nur beobachten und Antibiotika für die Wunde, aber sonst kann man wohl nix machen. Hm, wisst ihr wie toll es ist, wenn das Wort „Einschläfern“ im Raum über einen schwebt. Aber da hier nicht nur ich in dem Haushalt lebe, muß man halt alle Eventualitäten in Betracht ziehen, kann ich ja verstehen, aber hallo, ich bin noch nicht so alt. Das war eine echt krasse Zeit, ständig hat Frauchen mir ihr Kolloidales Silber mehrmals am Tag eingeflößt ständig wurde ich entwurmt. Frauchen stand lange unter Strom und das hat hier in Kleestadt vielleicht schnell die Runde gemacht, auf einmal wurde ich immer so komisch angeschaut, so als ob ich eine ansteckende Krankheit hätte. Hab ich aber nicht, ist alles ok mit mir. Aber Leute ich kann euch sagen, das war echt heftig und stressig. Aber die Zeit ist zum Glück vorbei und es ist alles gut bei mir.

Vor dem Fuchsbiss hatte ich mir noch eine Verletzung zugezogen.

Ayleen und ich tollen auf dem Acker rum und zack auf einmal tat mir so der Fuß weh, das ich 3beinig zu Frauchen hin bin, dass die mal nachschaut. Ganz toll, nix wie heim, ich hab mir die Fußsohle schön tief eingerissen. Frauchen hat ja zum Glück eine medizinische Ausbildung genossen und war auch schon bei einigen OP´s von ihrem vorherigen Hund dabei und hat bei der OP mitgeholfen, so dass sie mir sofort die Wunde ausgewaschen hat, mit kolloidalem Silber eingesprüht, Jodsalbe drauf und einen ordentlichen Druckverband drauf. Einige Telefonate geführt, aber die Fußsohle nähen, ist wohl nicht ganz so prickelnd, also gut, über den Druckverband bekam ich noch einen Schuh an. Das fand ich Klasse, denn mit dem Schuh und dem Verband hatte ich keine Schmerzen mehr und bin schön mit Ayleen wieder rumgetollt. Zum Leidwesen von Frauchen, die wollte eigentlich, dass ich nicht ganz so rumtolle, aber was soll man da machen, ich hatte doch meinen Schuh an. Verstand ihre Einwände nicht. Es ist doch gut verheilt, man sieht auf der Sohle einen kleinen feinen Strich, also ne Narbe, aber sonst ist doch alles super verlaufen. Bin doch robust, komme von der Straße, da passieren viel schlimmere Dinge als das hier.

So ihr Lieben, ich höre jetzt erst mal wieder auf, denn es ist Gassi-Zeit, drückt mir die Daumen das ich Eddie wiedertreffe, hab ihn jetzt schon seit 2 Tagen nicht mehr gesehen, vermisse ihn.

Also bis bald.

Liebe Grüße an Alle und es gibt noch soviel mehr von mir zu erzählen, z.B. von unserem neuen Katzenbaby Kater, vielleicht das nächste mal. Bis bald

Eure Nela

 

 

 

 

 

 

   
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